facebook, Google+ & Co. – Social-Media-Blase oder Online-Marketing mit Zukunft?

Social Media = Social-Media-Blase oder Online-Marketing mit Zukunft?

 

 


Inhalt:

  1. Social Media Marketing = heiße Luft?
  2. Social Media Marketing muß aktive Kommunikation sein
  3. Google+ als menschlicher Ranking-Faktor bei Google !

Der Run auf facebook und Consorten ist ungebrochen. Immer mehr Menschen springen auf den fahrenden Zug – oder hecheln ihm hinterher ;) indem so viele ‘Freunde’ wie möglich gesammelt werden und/oder viel heiße Luft in unsinnige oder zumindest überflüssige Meldungen gepumpt wird. Unternehmen hoffen, ihr Marketing damit zu effektivieren bzw. auf einen aktuellen Stand (nämlich online und vor allem “social”) zu bringen.

Bislang (März 2012) gibt es aber noch keine empirischen Belege für die Werbewirkung von Social-Media-Kampagnen! (Internet Magazin 0412, S.62)

Gegenteilige Äußerungen, wie an jeder dritten virtuellen Straßenecke z. Zt. von Online-Marketern trendig geäußert, werden auch durch häufige Wiederholung nicht ‘richtiger’.

Gilt: Social Media Marketing = Heiße Luft?

Einmal genauer z.B. auf den größten Dienst facebook geschaut: Was bringen facebook-”Freunde”? Der Großteil der Facebook-Beziehungen ist “durch einen gelegentlichen Austausch von Informations- und Aufmerksamkeitshäppchen” gekennzeichnet. Es findet “keine effiziente Zuordnung der Aufmerksamkeit auf die relevanten Kontakte statt” (Zitat s.o. IM 0412). Dr. Holger Reibold zitiert im Internet Magazin den Geschäftsführer der ACN Werbeagentur (www.acn-werbeagentur.de): “Facebook ist das neue Bierzelt der Kommunikation. [...] Die Besucher wollen Spaß, Gegröhle und Alkohol. [...] Wer mit seinem Produkt in einem Bierzelt erfolgreich werben kann, sollte es tun.”

Aber dieses Niveau dürfte nur für die wenigsten Produkte und Dienstleistungen, deren Anbieter Online Marketing über die “Sozialen Medien” versuchen, adequat sein.

Zudem weiß ein aufmerksamer Beobachter der aktuellen Äußerungen bundesdeutscher Datenschutzbeauftragter, daß Datenschutz für facebook wohl eher ein Fremdwort ist (und bleiben wird?). Was alles mit Facebook-Profildaten geschieht, wird wohl immer ein Geheimnis des Dienstes bleiben.

Social Media Marketing muß aktive Kommunikation sein

Social Media unterscheiden sich vom bisherigen Online Marketing grundlegend – eben durch das ‘Social’. Ursprünglich z.B. für ‘faces’ also im Juristendeutsch “natürliche Personen” und deren einfachste Kommunikationsbedürfnisse geschaffen, können diese Plattformen nur durch wechselseitigen Dialog leben statt der Einbahnstraße Werbebotschaft von A nach B.

Wenn Unternehmens-Marketing mehr ist als das einseitige Aussenden von Botschaften, wenn der Begriff “Kommunikation” Ernst genommen wird – gleich ob für Produktentwicklung (Kritik / Anregungen) oder -Support (gelebte FAQs), dann können Social-Media-Aktivitäten sinnvoll werden.

Zusätzliche notwendige Bedingungen sind: Social Media Dialog erhält nicht nur Personal-Ressourcen, sondern diese erhalten auch Ziele sowie die Ausbildung, worüber gesprochen werden darf, was kommuniziert werden soll aber auch den täglichen Vertrauensvorschuß in relativ autonome Aktivität, also ungenehmigte Statements, Infos oder Kommentare. Dialog findet heute statt, nicht im Wochenrhythmus mit allen Unterschriften der Abteilungsfürsten.

Google+ als menschlicher Ranking-Faktor bei Google !

Eine Betrachtung über die Sinnhaftigkeit von Social Media Marketing darf aber auch eine dritte Partei nicht übersehen, deren Einfluß sich vielleicht erst beim zweiten Blick erschließt: die Suchmaschinen – oder konkret: Google.

Sicher – für einen Online-Marketer ist Suchmaschinen-Optimierung (SEO) im allgemeinen nicht mehr fortzudenken. Aber bisher bezog sich SEO mehr auf die relativ statischen Seiten eines Webauftritts, nicht auf Twitter, Xing, facebook usw., zumal Google auf die Inhalte von z.B. facebook auch nur begrenzten Zugriff hat.

Mit Markteintritt von Google+, vor allem aber den kürzlichen Änderungen der Google-Geschäftsbedingungen, mit denen Google sich ermöglicht, alle verfügbaren Informationen eines Users zusammen zu führen, welche er auf den verschiedensten Diensten hinterlassen hat (Youtube, Google+, Gmail, Maps), erschuf sich der Suchmaschinen-Gigant eine grundsätzlich neue Qualität im SM-Marketing.

Auf SEO UNITED ist schon zu lesen, in welcher Form Google vorhat, Suchergebnisse zu personalisieren:

  • Bei Google gibt es zukünftig zwei Arten von Suchergebnissen, einmal `sozialisierte & personalisierte´ Ergebnisse und einmal nicht personalisierte (jedoch aber regionaliserte!) Suchergebnisse.
  • Sofern genügend qualitativ hochwertige `sozialisierte & personalisierte´ Ergebnisse vorhanden sind, werden diese dem Nutzer als erstes (?) angezeigt.
  • Im Zuge der `sozialisierten & personalisierten´ Ergebnisse wird Google auch (private!) Inhalte anzeigen, welche der Suchende lediglich mit bestimmten Personen geteilt hat.
  • Wo immer es geht (z.B. in Google Suggest) wird Google versuchen, sein eigenes soziales Netzwerk zu pushen.
  • Search, plus Your World wird für eingeloggte Nutzer als default angezeigt, diese haben lediglich die Möglichkeit, das Feature zu deaktivieren (Opt-out).

Wann immer es also die Qualität der Ergebnisse erlaubt, wird Google eingeloggten Nutzern ihrer Suchmaschine zunächst auf Grundlage des individuellen Suchverhaltens sowie der persönlichen Beziehungen zwischen dem Suchenden und anderen Nutzern angepasste Ergebnisse anzeigen!

 

Google-Suchergebnis (SERP), eingeloggt, google+search-your-world

Ob durch die Verknüpfung der Suchanfrage mit dem individuellen Surf-Verhalten des Users und den Postings seiner “Freunde”/Kontakte die Qualität der Suchergebnisse steigt, ist sicherlich nur subjektiv bewertbar.

“In den SERPs werden kontinuierlich immer mehr Ergebnisse von Google+ angezeigt.” (Screenguide03-05/2012, S. 17)

Deshalb werden Website-Betreiber nicht an der Optimierung Ihrer Inhalte auf Google+ herumkommen und die “Social-Media-Blase” wird nicht platzen.

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