Als Eimsbütteler Freiberufler oder Kleinunternehmen im Internet gefunden werden? Das geht.

Eimsbütteler Freiberufler / Kleinunternehmen bei Google oben in Eidelstedt, Schnelsen, Niendorf, Lokstedt, Stellingen, HalstenbekAls es noch reichte, irgendeine Homepage in’s Internet zu stellen, um dort gefunden zu werden, suchten die meisten Kunden noch im Branchenbuch.
Heute sucht jeder im Internet, und die meisten Unternehmen haben eine eigene Homepage. Die Wahrscheinlichkeit, als Freiberufler, klein- oder mittelständisches Unternehmen aus Hamburg Eidelstedt im Informations-Heuhaufen des Web gefunden zu werden, erscheint gering. Trotzdem weiß jeder: die eigene Homepage / Website ist unverzichtbar.
Darum wird so mancher Euro in die Internetseite und in Google AdWords-Kampagnen gesteckt, so manche Stunde der eigenen Zeit geopfert, um darüber Kunden zu gewinnen.
Und der Erfolg?

Inhalt:

  1. Internet-Schaufenster ohne Laufkundschaft
  2. Nicht mit der Masse schwimmen
  3. Will der Kunde einen Warenkatalog oder die Lösung seines Problems?
  4. Schwere Tapete Tapetenkleister
  5. Schmerzen nach einer Sportverletzung
  6. Wenn die Gasheizung kaputt ist
  7. Lokales Online ist Trumpf
  8. Keine Angst vor’m Anderssein
  9. Was sucht Ihre Kundschaft wirklich?

Internet-Schaufenster ohne Laufkundschaft

Sicher – wer schon weiß, daß z.B. der “Eidelstedter Heizungsbauer Sorgsam” eine Homepage hat, findet diese mit Hilfe von Google auch. Und seine Telephon-Nummer, die Öffnungszeiten, etc. können so nachgeguckt werden. Das Internet-Schaufenster (der Internet-Katalog) ist vorhanden. Jetzt fehlt es nur noch an Passanten, um im Bild zu bleiben.

Aber die müssen das ‘Schaufenster’ ja erst einmal finden.

Im Gegensatz zum Ladengeschäft in der Einkaufspassage gibt es hier im WWW keine Laufkundschaft. Es kommt niemand zufällig bei seinem Schaufensterbummel bei Ihnen vorbei.

Über 2 Drittel aller Konsumenten starten ihre Internet-Recherche mit einer Suchmaschine!Logische Folge: Die eigene Homepage muß es also bei Google nach oben auf die Liste schaffen, um neue Kunden zu finden. Und hier ist es kein gangbarer Weg, nur eine Homepage zu haben, “weil man eben heute eine haben muß”. Hier ist ein zu Ihrer Branche und Ihrem Betrieb passender, gezielter Einsatz von Suchmaschinenoptimierung erforderlich. Bei schon existierender Homepage müssen die Schwächen und Stärken analysiert werden. Manchmal reichen kleine Veränderungen.

Zu allem Unglück werden die vorderen Google Suchergebnisse häufig auch noch von der großen Konkurrenz, bezahlter Werbung, City-Katalogen und Ausschreibungsportalen blockiert. Geben Sie einmal “Heizungsbau Sanitär Eimsbüttel” ein, und sie wissen, was gemeint ist.

Nicht mit der Masse schwimmen

Von Google gefunden: Eimsbütteler Freiberufler oder Kleinunternehmen schwimmt nicht mit dem StromEine durchschnittliche, günstige Baukastenlösung, egal ob von bekannten Internet-Providern oder landesweit agierenden Web-Agenturen, kann nur zu einer erfolglosen Durchschnitts-Homepage führen. Nichts gegen den preisgünstigen Baukasten an sich, aber Standardprodukte, Standardtexte, Standardbilder begeistern weder Ihre Kunden noch Google.
Warum sollte die Suchmaschine auch Heizungsbauer Sorgsams Website auf einen vorderen Platz befördern, wenn diese sich von denen anderer Klempner in Eimsbüttel in nichts unterscheidet?

Wohlgemerkt: Ein teures ‘modernes Design’ ist Google egal.
Hier zählt nur Text. Und das ist auch gut so.

Will der Kunde einen Warenkatalog oder die Lösung seines Problems?

Der Kunde sucht nur vielleicht Ihr Angebot, bestimmt aber eine Lösung für sein Problem.
Was das bedeutet?

Beispiel 1:
Schwere Tapete Tapetenkleister

Nehmen wir als erstes Beispiel, daß ein Kunde für eine besonders schwere Tapete einen passenden Kleister benötigt. Wenn er schon weiß, daß er “Gewebekleber” oder einen anderen “Spezialkleber” benötigt, dann kann er danach auch bei Google suchen. Anderenfalls – Problem – muß er umständlich den Webshop eines Baumarktes finden, dort mit einer hoffentlich guten internen Suchfunktion nach vielleicht “Tapetenkleister” suchen, um dann bestenfalls die Lösung seines Problems als Produkt “Gewebekleber” in der Suchliste zu finden.
Einfacher – und die schnelle Lösung seines Problems – wäre für ihn, wenn Google Ihre Homepage der Sucheingabe “schwere Tapete Tapetenkleister” zuordnet.
Bei diesem einfachen Beispiel führt die Google-Suche tatsächlich schnell zum Ziel, weil sowohl Kleister-Hersteller wie auch Shops bereits den besseren Lösungsweg gehen.

Beispiel 2:
Schmerzen nach einer Sportverletzung, wonach sucht der Kunde?

  • Lautet die Google-Suche: “Physiotherapie Eimsbüttel”,
  • lautet die Google-Suche: “FascienDistorsionsModell Eimsbüttel” oder
  • lautet die Google-Suche: “manuelle Schmerztherapie Eimsbüttel”?

Ordnet Google Ihre Homepage auf Grund Ihrer Inhalte nur dem ersten Fall zu, kommen Sie höchstens mit einer ansonsten stark optimierten Homepage und mit Glück auf die erste Seite der Google-Suchergebnisliste (SERP), weil Sie ansonsten in der Masse der Physiotherapeuten untergehen.

Findet Google, daß Ihre Homepage zum zweiten Fall paßt, sind Sie der Spezialist, dessen Können anhand dieses Fachbegriffs tatsächlich gesucht und gefunden wird.

Geben Sie Google mit Ihrer Homepage zu verstehen, daß Sie bei der dritten Google-Suche gezeigt werden möchten, gibt Google Ihnen und Ihrer Homepage eine reelle Chance oben in der Google-SERP gefunden zu werden.

 

Suchen oder Finden? Warenkatalog oder Lösung des Problems anbieten?Beispiel 3:
Wenn die Gasheizung kaputt ist

  • lautet die Google-Suche: “Klempner Eimsbüttel” oder
  • lautet die Google-Suche: “Reparatur Gasheizung Eimsbüttel”?

Im ersten Fall geht das Webangebot Ihrer Klempnerei in der Masse der Anbieter unter,
im zweiten Fall sind Sie bei Google ganz weit oben.
Berücksichtigen Sie dies, ist Ihre Website auf dem besten Weg.

Lokales Online ist Trumpf

Glauben Sie, ein Wohnungseigentumer aus Stellingen sucht einen Klempner aus Wandsbek?
Na also.

Und warum, glauben Sie, zeigt Google bei der Sucheingabe von “Klempner Stellingen” in seinem Siebenerpack-Fenster nur 2, die wirklich in Stellingen seßhaft sind?
Weil für Google nur 2 erkennbar aus Stellingen kommen !

Lokales online stellen heißt 'Gefunden werden'! Eimsbüttel, Eidelstedt und andere Stadtteile werden bei Google gefunden.Eigentlich logisch: Wenn die Suchmaschine Ihre Homepage dem Stadtteil Stellingen zuordnen soll, dann muß ‘Stellingen’ auch nicht nur – wenn überhaupt – im Impressum vorkommen, sondern auf jeder einzelnen Webseite.

Jede zweite mobile Suche hat heute einen lokalen Bezug!
Auf dem Desktop machen lokale Anfragen bei Google ein Fünftel aller Suchen aus – Tendenz steigend.
Geben Sie Google eine Chance, Ihren Betrieb bei lokalen Suchen anzuzeigen.

Keine Angst vor’m Anderssein

Die kleinen Unterschiede zur Konkurrenz – Ihre Alleinstellungsmerkmale – sind die Pfunde, mit denen Sie wuchern sollten.
Um sich mit einem Alleinstellungsmerkmal abzuheben, müssen Sie auch keine exklusive Dienstleistung oder ein ganz spezielles Produkt anbieten. Machen Sie sich doch für Ihr Viertel und auch für Google interessant, indem Sie ausschließlich Ihrem eigenen Stadtteil einen besonderen Nachbarschafts-Service oder -Rabatt bieten.

Spezialisierung ist Trumpf: Herr Sorgsam möchte weniger Bäder und mehr Heizungen bauen. D.h. Heizungen bekommen auf seiner Website ein besonderes Gewicht (also mehr Seiten) am besten gewürzt mit persönlichen Tipps vom “Fachmann Sorgsam”.

Was sucht Ihre Kundschaft wirklich?

Wir sprechen Ihre Sprache und kein Fachchinesisch!  Und wenn Sie jetzt noch die wirklichen Google-Sucheingaben Ihrer Kundschaft berücksichtigen, sind Sie auf der Zielgeraden.
Welche Worte benutzt Ihr Stadtteil bei der Suche? Wird in Ihrem Stadtteil wohl eher der ‘Gas- und Wasserinstallateur’ oder der ‘Klempner’ gesucht?

Wußten Sie, daß die meisten Leute nach ‘Spielzeug’ suchen, die Hersteller aber oft ‘Spielwaren’ anbieten?

Nicht nur die Problemlösung hat Vorrang vor dem Schaufenster.
Auch die Kundensprache ist anders als Ihr ‘Fachsprech’.

 




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Gestatten Eimsbüttel, eine Nachlese zur Unternehmermesse im Eidelstedt Center

Klein aber fein -
bunte Farbtupfer für das Eidelstedt Center.

- Pressemitteilung der 4you-solutions Web-Beratung & Web-Projektmanagement -

Am vergangenen Samstag, dem 22. September 2012 von 10:00 bis 16:00 Uhr
präsentierten mehr als 20 Eimsbütteler Kleinunternehmen ihre bunte Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen.

Neben einer mobilen Augenoptikerin, Textilpflege-Geschäften, Kosmetikspezialisten, Immobilienhändlern und Heilpraktikerinnen, Frauen-Fitneßsalons sowie Therapeutinnen, welche sich vorwiegend an den Privatverbraucher wandten,
stellten sich auch Gründungsberater, Designer, Kommunikationsfachleute und lokal ansässige Internet-Berater für Mittelstand und Kleinunternehmen in Eidelstedt vor.

Dirk Zieciak (Organisator) und Jens-Ulrich Kießling (Schirmherr) bei der Eröffnung

Dirk Zieciak (Organisator) und Jens-Ulrich Kießling (Schirmherr) bei der Eröffnung

Nachdem Dirk Zieciak (einfal GmbH, Organisator der Messe) und der diesjährige Schirmherr, Herr Jens-Ulrich Kießling
(Präsident des IVD Bundesverbandes und Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft BSI sowie Bezirksbeauftragter der Hamburger Handelskammer für Eimsbüttel)
die Messe im Beisein des Eimsbütteler Bezirksamtsleiters Dr. Sevecke
um 10:00 Uhr mit einer kurzen Rede eröffnet hatten,
konnten die Messebesucher sich bei dieser bunten Palette von Angeboten eingehend informieren. So manch einer ließ sich spontan ein bißchen Wellness durch eine Fußreflexzonen-Massage oder eine Craneo-Sacrale Therapie angedeien.

Der Eimsbütteler Bezirksamtsleiter Dr. Sevecke (links) im Gespräch

Der Eimsbütteler Bezirksamtsleiter Dr. Sevecke (links) im Gespräch

Auch die Möglichkeit, professionelle Unterstützung im business zu erhalten, wurde rege von Unternehmensvertretern nachgefragt.
“Eigentlich wissen alle Klein- und mittelständischen Unternehmen heute sehr gut, daß gedruckte Branchenbücher allgemein kaum noch genutzt werden und daß die Leute sich heutzutage stattdessen schnell im Internet über Produkte und Dienstleistungen ihres Bedarfs informieren.” so Roland Wiegmann, Inhaber der 4you-solutions, dem lokal in Eidelstedt ansässigen Web-Beratungsunternehmen.
“Die Notwendigkeit, eine eigene Website zu betreiben, ist also allen bewußt.

Roland Wiegmann, Inhaber von 4you-solutions Web-Beratung & Web-Projektmanagement

Roland Wiegmann, Inhaber von 4you-solutions Web-Beratung & Web-Projektmanagement

Leider wissen die wenigsten Klein- und Mittelständler, wie sie an eine Internetseite gelangen, die Kunden gewinnt und so bleibt es meistens bei ineffizientem ‘Neffendesign‘. Da wird viel Geld nutzlos verbrannt und eine Messe wie diese ist eine gute Gelegenheit, sich als lokal ansässiger Beratungs-Dienstleister vorzustellen.”

Der ebenfalls in Eidelstedt beheimatete Jörg Kilian (Inhaber von Kilde-Communications und maßgeblicher Ideengeber für die Entwicklung des offiziellen Eidelstedt-Wappens) bestätigt spontane Messe-Bestellungen von Visitenkarten-Entwürfen und anderen Illustrationen.

Die Mitarbeiter/innen von KinderLeben e.V. präsentierten Ihr Kinderhospiz. Auch ihr kostenloses Kinderschminken fand rege Nachfrage bei den kleinsten Messebesuchern. Zum Abschluß wurde der Organisator Dirk Zieciak (einfal GmbH) als ‘Glücksfee’ tätig und zog die Gewinner der diversen von den Ausstellern gestifteten, hochwertigen Gewinnspiel-Preise.

Am Ende des Tages zogen Veranstalter wie AusstellerInnen ein weitgehend positives Resumee und freuten sich auf das nächste Mal.

Festzuhalten ist auf jeden Fall, daß dem Eidelstedter Zentrum viel mehr Veranstaltungen dieser Art gut zu Gesichte ständen.
Wenn zukünftig wieder eine Attraktivitätssteigerung des Zentrums diskutiert wird, so wären solche Events – bei denen der Eidelstedter Bevölkerung die existente, bunte unternehmerische Vielfalt ihres Stadtteils demonstriert wird – in der Priorität deutlich vor einer umstrittenen Flächenerweiterung einzuordnen.

Hamburg Eidelstedt, 25.09.2012

 

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Das Targeting-System; Datenmächtiges Online-Marketing gegen mittelständische Datenabstinenzler?

Targeting business intelligence = gezieltes Online-Marketing für Bedarfsgruppen oder ‘Big Brother stalking’?

Inhalt:

  1. Kleine Ursache – große Wirkung
  2. Targeting-Arten nach Kontext, Technik und Verhalten
  3. Weitere Vorteile für (große) Werbetreibende
  4. Vorteile des Internet-Nutzers
  5. Nur eine übliche Bedarfseinschätzung mit modernen Mitteln?
  6. Gottvertrauen oder Paranoia?
  7. Quantensprung “Google-Retargeting”
  8. apple-User leben teurer?
  9. Preisgestaltung entsprechend Browser-Chronik?
  10. Matrix entscheidet, was ich sehe
  11. Vampirismus unter Kaufleuten
  12. Userseitige Handlungsoptionen
  13. Handlungsoption USP für Mittelstand und Kleinunternehmen

Retargeting (=Zielgruppenansprache) im Web kennen wir alle. Wir haben Wanderstiefel in einem Online-Shop angesehen und plötzlich besteht die Werbewelt rings um unsere nächstbesuchten Websites nur noch aus Schuhen. Wir haben uns auf einem Wetter-Portal über das Hamburger ‘Schietwedder’ informiert und bekommen danach jede Menge Urlaubsangebote.

Wer hat sich da nicht schon ‘mal heimlich über die virtuelle Schulter geguckt, um den zu entdecken, der einen da offensichtlich gezielt mit Werbung bewirft?

Die schnelle Einordnung des Themas unter das Schlagwort ‘Big Brother’ greift hier zu kurz.

Die offenen Fragen zu Tracking und Retargeting gehen über die üblichen Datenschutz-Diskussionen hinaus. Es gilt nicht nur, die Vorteile der Händler und Kunden gegen die Nachteile der Datenerfassung abzuwägen.

Online-Marketingmethode Retargeting auf eine Bedarfsgruppe

... Ich weiß, wo Du vorhin gesurft hast ...

Etwa: Erhalten Homepage-Besucher nur noch die Werbung, die sie wirklich interessiert?
Oder: Können Händler ihre Streuverluste – und damit Kosten – effizient minimieren?

Es ist auch zu fragen,
welche existentiellen Konsequenzen eventuell selbst dem auf Anbieterseite mitagierenden Mittelstand und den Kleinunternehmen (KMU) durch datenmächtige Großunternehmen und andere vermeintliche Partner drohen
.

Kleine Ursache – große Wirkung – das Browser-Cookie

Cookies sind keine Computer-Viren aber trau schau wem

Cookies sind keine Computer-Viren aber trau schau wem

Seit dem Lou Montulli 1994 die technische Basis der Datensammler – das Cookie – entwickelte, ist dieses Browser-Gedächtnis das Fundament schlechthin für Milliardenerlöse der Werbebranche. Warenkörbe, Punktestände von Online-Spielen oder andere Statistikdaten werden damit gespeichert. Mit Hilfe dieses ‘Datenkrümels’ wird der Surfer über mehrere Websites der verschiedensten Anbieter hinweg identifiziert. Und zunehmend werden mittels Tracking und Retargeting (Google Analytics, Google AdWords, Facebook Like Button) die individuellen Vorlieben jedes Nutzers erfaßt und analysiert. So kann relativ genau auf den einzelnen Web-Besucher “gezielt” und diesem auf jeder Webseite Inhalte und Werbung eingeblendet werden, die speziell auf ihn und seine aktuellen Präferenzen abgestimmt sein soll.

Targeting-Arten unterscheiden nach Kontext, Technik und Benutzer-Verhalten

Retargeting durch Protokollierung, Annahmen und Analyse

Retargeting, Contextual Targeting, Behavioral Targeting, Technical Targeting, ...

  • Durch “Contextual Targeting” wird Werbung eingeblendet, von der angenommen wird, daß sie zu Schlüsselworten der jeweiligen Webseite paßt. Die Steigerungsform, das “Semantische Targeting”, schließt vom gesamten Text einer Seite auf sein Themenfeld und erhöht so die Zielgenauigkeit, beides geschieht, ohne Nutzerprofile anzulegen, da hier nur der nichtwerbliche Inhalt der besuchten Webseite, keine Attribute des Besuchers beurteilt wird.
  • Beim “Re-Targeting” aber wird Onlinewerbung auf der Basis bereits vorhandener Nutzerdaten erneut einem Nutzer präsentiert.
  • Technisches Re-Targeting” wertet Besucher-Merkmale wie seinen Standort (“Geo-Targeting” via IP-Adresse) oder seine Hard-/Software (Windows oder Mac, Panorama-Monitor oder iPad / Mobil) aus und erkennt ihn dadurch überall wieder.
  • Beim “Behavioral Re-Targeting” werden die conversion-relevanten Merkmale des Besuchers über sein Klickverhalten analysiert. So bekommt der User, der sich online für Büromaterial interessierte, ab sofort auch auf anderen Websites Kopierpapier oder Druckerkartuschen angeboten. Einem anderen, der Informationen über ein Blutdruck-Medikament recherchierte, präsentieren sich vielleicht ab sofort Pflegeversicherungen und Altersheime
    Der T-Online-Vermarkter InteractiveMedia bietet seinen Werbekunden ein flexibles Zielgruppentargeting an. Um mittels Bannerkampagnen auf eine exakt umrissene Bedarfsgruppe zielen zu können, werden sage und schreibe ca. 120 Themen- und Produktinteressen der User zur Auswahl angeboten.
Kann Künstliche Intelligenz (KI) jemals so fähig werden, daß Ihre Selektion meine Freiheit nicht beschneidet?

Kann Künstliche Intelligenz (KI) jemals so fähig werden, daß Ihre Selektion meine Freiheit nicht beschneidet?

Beim Retargeting werden Benutzerprofile angelegt und ausgewertet. Automatische Analyseprozesse identifizieren z.B. wiederkehrende Besucher oder zerlegen eine Zielgruppe in noch speziellere Bedarfsgruppen und zugeordnete Konversionspfade, um dann nicht nur passende Werbung einzublenden sondern sogar ganze Inhalte der Landingpage entsprechend dem angenommenen Besucherbedarf anzupassen.

« … Jeder Besucher hinterläßt bei einer Interaktion mit einer der Websites eine Information – egal, ob er konvertiert oder nicht! … Es macht ja durchaus einen Unterschied, ob sich ein Website-Besucher zunächst ‘nur unverbindlich informieren möchte’, einen Vergleich sucht oder ein Online-Angebot konkret kaufen möchte …» (Zitat Karl Kratz: Welcome to the system! Website Boosting 09-10.2012, S. 116 ff. resp. Konversionsoptimierung durch Dekonstruktion). Eine flexible Website, welche ad hoc die bekannten Vorlieben des Besuchers berücksichtigt und ihre Inhalte entsprechend zusammensetzt, wird auf diesem Weg für einen Großteil ihrer Besucher attraktiver als ihre statische Vorfahrin / Mitbewerberin.

Weitere Vorteile des Retargeting für (große) Werbetreibende

liegen klar auf der Hand. Online-Händler können z.B. einmal abgebrochene Kaufvorgänge beim nächsten Kundenbesuch wieder aufnehmen. Nach Rechnerabstürzen o.ä. wird das auch ein Kunde begrüßen. Daß derzeitig ca. 61 (!) Prozent aller im Einkaufswagen deponierten Waren letztendlich nicht gekauft werden, ist mit Hardware-Problemen aber nicht erklärbar. Da ist dem Shopbetreiber jeder Prozentpunkt weniger viel wert.

« … Nur 5% aller Shopbesucher kaufen sofort. Die meisten müssen noch einmal nachdenken. Wenn die Werbung danach von dem Produkt handelt, über das gerade nachgedacht wird, ist die Klickrate fünfmal so hoch wie bei normalen Bannern. Für die Händler lohnt sich das …»(Torsten Schwarz)

Teure Print- oder TV-Werbung wird großflächig und verlustreich über alle Haushalte einer Region gestreut. Dagegen ausschließlich identifizierten Bedarfsgruppen im Web das eigene Angebote zu unterbreiten, ist wesentlich (kosten-)effizienter und erhöht den ROI (Return on Investment) ganz erheblich. Nach Frank Puscher / emarketer wird die Wirkung mindestens verdoppelt! Wenn dann auch noch die vorher separaten Web-Angebote mit ihren jeweiligen SEA-Kampagnen, SEO-Projekten, Social-Media-Aktionen, Newslettern, Pressemiteilungen, etc. pp. in eine fallweise reagierende, einzige Matrix konzentriert werden können (s.o. K. Kratz), spart dies unglaublich viel Aufwand. Bei AD HOC NEWS (20.09.2012) nennt man das “hochpersonalisierte User-Ansprache”.

«… Aktuelle Marktstudien zeigen, dass über 90 Prozent der Internetuser ein Online-Angebot ohne eine sofortige Transaktion verlassen, zu einem späteren Zeitpunkt aber häufig durchaus aufgeschlossen dafür sind. Mit dem dynamischen Retargeting von Ligatus können die Werbepartner mit diesen potenziellen Kunden in Kontakt bleiben, sie später gezielt erneut ansprechen und so ihre Conversion-Rates nachhaltig steigern. Der jeweilige User bekommt dabei in Abhängigkeit von seinem Interesse und Verhalten auf der Website des Kunden ähnliche oder verwandte Angebote oder Preisnachlässe präsentiert – und das in Echtzeit. …»

Die Verlockung, in dieses Rennen mit einzusteigen, ist für jeden Online-Händler also immens.

Die Vorteile des Internet-Nutzers

Auch für den Besucher sind durchaus positive Effekte des Retargeting ausmachbar – Stichwort: Synchronisation von Online-Angeboten und Kundenlebenszyklus (s.o. K. Kratz, S. 116). Ein Besucher bekommt im besten Fall nur noch Werbung und Inhalte, die

  • a) ihn wirklich interessieren und
  • b) womöglich sogar auf seine Kundenzyklus-Phase abgestimmt sind.

Smartes Remarketing durch gezielte Gestaltung einer Informations-Website oder eines Webshops – ob sich der Kunde zunächst nur informieren möchte oder tatsächlich kaufen, das System findet es heraus und bietet den entsprechenden Content an.

Das ist nicht nur umsatzträchtig für den Anbieter, daß sollte sogar den Besucher mindestens toleranter gegenüber Werbung einstellen. Werden doch auch ‘Werbemuffel’ identifiziert und nicht mit unpassender Werbung noch weiter vergrätzt.

Nur eine übliche Bedarfseinschätzung mit modernen Mitteln?

Die Verkäuferin fragt nach Wünschen UND taxiert die Kundschaft

Die Verkäuferin fragt nach Wünschen UND taxiert die Kundschaft

Außerdem macht auch ein Verkäufer im Ladengeschäft nichts anderes. Er taxiert Kleidung und Auftreten des Kunden, eventuell vorhandene Einkaufstaschen anderer Geschäfte und geäußerte Kundeninteressen und macht dazu passende Angebote.

Und dem Targeting-Spezialisten im Online-Marketing geht es ja nicht um den konkreten Besucher, sondern nur um sein ‘statistisches Modell’, erklärt Stephan Noller, Gründer von Nugg.ad (Targetinganbieter aus Hamburg, Tochterunternehmen der Deutschen Post und damit mittlerweile der Deutschen Bank). Die Hamburger können tatsächlich das Gütesiegel EuroPriSe als Beweis der datenschutzkonformen Verwendung der Technik vorweisen. Auch für die anderen Anbieter gilt das deutsche Telemediengesetz (§ 15 Abs. 3 TMG), welches Targeting-Unternehmen z.B. vorschreibt, die IP-Adresse des Users von hinten zu verkürzen, um keine personenbezogenen Daten zu speichern – der Diensteanbieter aber auch Nutzungsprofile von Pseudonymen erstellen darf, sofern der Nutzer dem nicht widerspricht.

Alles prima also, oder?

Wie man’s nimmt.

Der ‘Telemedicus’ Tobias Kläner schrieb bereits 2010:

«… Man stelle sich Google “Retargeting” einmal im realen Leben vor: Nach Besuch eines Kaufhauses kommt einem der Verkäufer nachgelaufen und hält einem das nicht gekaufte Produkt oder ein anderes ähnliches immer wieder vor. Er scheut sich auch nicht, andere Geschäfte zu betreten, sondern zahlt diesen sogar ein Entgelt, um zu erfahren, was dem Kunden noch so alles gefällt und ihn weiterhin belagern zu können …»

Gottvertrauen oder Paranoia?

Google, Amazon, Doubleclick, IP Deutschland, Tomorrow Focus, Gruner & Jahr Media Sales, Seven One Intermedia, AdAudience, Axel Springer, OMS, mobile.de, iq digital media marketing, handelsblatt.com

Google, Amazon, Doubleclick, IP Deutschland, Tomorrow Focus, Gruner & Jahr Media Sales, Seven One Intermedia, AdAudience, Axel Springer, OMS, mobile.de, iq digital media marketing, handelsblatt.com

Liest man in den meisten Online-Artikeln zum Thema Cookies noch die blauäugige Aussage, daß Cookies “ausschließlich auf der Website ausgelesen werden [können], von der sie gesetzt wurden“, weiß man bei der Süddeutschen Zeitung sehr wohl, daß “große Anzeigennetzwerke wie beispielsweise der jüngst von Google gekaufte Anbieter Doubleclick es damit [schaffen], auch Bewegungen der Internetnutzer über mehrere Angebote hinweg zu verfolgen“. “Über mehrere Angebote” heißt: über diverse Websites / Domains hinweg. Mit sog. ‘Tracking Cookies’ werden Bewegungsprofile und Benutzerpräferenzen protokolliert. Die Technik ist einfach: ein eingeblendetes Werbe-Banner eines Werbenetzwerkes veranlaßt den Browser, ein Cookie zu setzen. Ab diesem Zeitpunkt können alle Websites, die zu diesem Werbenetzwerk gehören, die Cookie-Informationen verwerten.

Quantensprung “Google Retargeting”

Die verschiedenen Werbenetzwerke (sh. Amazon steigt in die Dritt-Vermarktung von personalisierter Online-Werbung ein) mögen für sich genommen eine gewisse Größe erreichen. Durch Google erfährt Retargeting aber seit 2010 einen regelrechten Quantensprung. Durch Kombination aller Bewegungs- und Verhaltensdaten aus den Google-Produkten – angefangen bei der Google-Suche über Youtube (Google), Google AdWords, Google Mail und Google+ bis hin zu Google Latitude (Freigabe der geographischen Standort-Daten), Feedburner und Picasa (Fotoalbum mit Gesichtserkennungsfeature) lassen sich Informationen in einem schier unvorstellbaren Ausmaß kombinieren. Exakte Informationen über Geschlecht, persönliche Hobbys und Interessen, Alter, politischen Ansichten, Arbeitszeiten, finanzielle Situation oder auch Kleidungsgrößen ist das ‘statistische Modell’ jederzeit weitaus detaillierter als ein Durchschnittsbürger überhaupt in einem persönlichen Profil vermuten würde.

Kläner stuft Googles Cookies deshalb auch als ‘personenbezogene Daten im Sinne des §3 Abs. 1 Bundesdatenschutzgesetz ein:

«… Da diese Informationen … gezielt zu Zwecken personalisierter Werbung zusammen geführt werden, muß zwangsläufig auch von einem Personenbezug dieser Cookies ausgegangen werden und damit auch von einem erlaubnispflichtigen Vorgang in Bezug auf das Abrufen und Auswerten der jeweiligen Cookiedatei. Es bedarf diesbezüglich also der Einwilligung der betroffenen Nutzer …»

und geht davon aus, daß eine Einschätzung der Google-Cookies als

«… anonymisierte und pseudonymisierte Daten im Sinne von §3 Abs. 6, 6a BDSG und nicht um personenbezogene Daten handelt, schlicht lebensfremd ist.” …»

Leben apple-User teurer?

So harmlos der technische “Fingerabdruck” erst einmal daherkommt, hat er es doch in sich. Im Durchschnitt werden bspw. Nutzer der Geräte mit den angebissenen Äpfeln im Logo als zahlungskräftiger als die große Masse der “Fenster”-Klientel verortet. Was läge also näher als dem apple-User bei seiner Suche auf dem Hotelportal höhere Preise zu machen als dem Windows-Nutzer? Wer merkt schon diese ‘Personalisierte Preisgestaltung’? Data is the new oil!

Höhere Preise für apple-Nutzer?

Höhere Preise für apple-Nutzer?

Ist doch die Monokultur der Betriebssysteme i.d.R. firmen- bzw. familienweit und der Vergleich entsprechend schwierig. Natürlich ist der Nachweis dieser Praktik auch in gemischten Netzwerken nicht so einfach.

Bei einem durchgeführten Schnelltest konnten wir bei einem bekannten Hotelportal zunächt keinen Preis-Unterschied feststellen.

Bei den jeweils eingeblendeten Skyscrapern und Bannern auf wetter.com war aber schon nach wenigen Reloads (und vorher gelöschten Cookies und Chroniken auf beiden Rechnern) zumindest eine sehr unterschiedliche Anbieterstruktur zu sehen.

Nach Mac und Windows differenzierte Display-Ads auf wetter.com

Nach Mac und Windows differenzierte Display-Ads auf wetter.com

Preisgestaltung entsprechend Browser-Chronik?

Auf heise.de fragt man sich schon, ob bei einer Recherche von privaten Krankenversicherungsangeboten wohl überhaupt günstige Angebote gefunden werden können, wenn vorher für die Oma über Demenz-Medikamente oder Alters-Diabetes recherchiert wurde.
Beschäftigte, die sich beruflich umorientieren möchten, sollten nicht vom Bürorechner aus suchen, sonst fluten ab sofort Jobangebote von Stepstone den Monitor. Das dürfte dem im Kopierer vergessenen Bewerbungsschreiben in seiner Wirkung sehr ähnlich kommen.

Und angenommen, ich habe bereits gekauft. Ist Retargeting dann nicht nur noch nervig, weil ich nur noch Werbung für Produkte erhalte, die dem gekauften ähnlich sind – also mein Interesse gleich Null?

Die Matrix entscheidet, was ich sehe

Sehen wir hier einmal ab von den berechtigten Überlegungen bei Manufactum, daß ein Mensch mit durchschnittlichen Suchfertigkeiten im Internet durchaus und besser als ein statistisches Verfahren in der Lage sein sollte, die Produkte und Dienstleistungen seines Bedarfs von sich aus zu finden. Auf diesem Diskussions-Ast wäre sämtliches Online-Marketing verzichtbar. Auch die realistische Annahme, daß menschliche Fähigkeiten degenerieren, die systematisch einer Maschine überlassen werden, soll hier nicht weiter verfolgt werden.

Manufactum Maschinenintelligenz und Menschenintelligenz

Manufactum: Datenmächtige fressen Datenabstinenzler, Amazon frißt seine Internethändler?

Ergänzend zur Datenschutz-Problematik wirft aber Manufactum in den Herbstnachrichten 2012 die Frage auf, ob nicht absehbar ist, daß die “Datenmächtigen die Datenabstinenzler fressen“. Die Manufactum-These beschreibt ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotential für Mittelstand und Kleinunternehmen:
« … Internethändler lassen … ihr Angebot zunehmend nur noch nach ausgeklügelten algorithmischen Verfahren anzeigen – will heißen, daß nicht nur verkauft wird, was sich am besten verkauft, sondern jedem Kunden sein ‘eigenes’ Angebot präsentiert, sein vermeintlich ‘persönliches Produkt’ empfohlen wird …»

Zu Ende gedacht führt dieser Weg dahin, daß uns allen nur noch selektiv die Produkte, ja sogar die Inhalte gezeigt werden, von denen eine künstliche Intelligenz annimmt, daß sie unserem Bedarf und Interesse entsprechen (sollen). Kann KI in absehbarer Zeit so fähig werden, daß dies keine Einschränkung unserer individuellen Freiheiten ist? Auch die Vorschlagsliste in der Google-Suchfeldeingabe führt tendenziell zu dieser Bevormundung.

Vampirismus unter Kaufleuten?

Mindestens ebenso bedeutsam wie diese Überlegungen in Bezug auf die Einengung der angebotenen Produktvielfalt und den Verlust der menschlichen Suchkompetenz aber sind die Manufactum-Überlegungen im Hinblick auf die perspektivische Wirkung auf die Existenzfähigkeit mittelständischer und Kleinunternehmen (KMU).
So ist nicht nur wahrscheinlich, daß bei den gefilterten Angeboten mittelfristig nur die übrigbleiben, welche mit genügend Kapital im Hintergrund von großen Portalen oder Werbenetzwerken promoted werden. Es entspricht auch üblicher marktwirtschaftlicher Monopolisierungs-Tendenzen, wenn die Sortimente der ‘datenmächtigeren’ Anbieter verkaufsstarke Produkte der schwächeren Verkäufer aufsaugen.

Manufactum im Wortlaut:

Natürliche Nahrungskette oder Gefahr der Monopolisierung?

Natürliche Nahrungskette oder Gefahr der Monopolisierung?

« … abzusehen ist, daß nicht mehr die Großen die Kleinen oder die Schnellen die Langsamen fressen, sondern die Datenmächtigen die Datenabstinenzler. Amazon wickelt bekanntlich nicht mehr nur seine eigenen Geschäfte ab, sondern ist längst zur Zwangsheimat zahlloser Internethändler geworden, deren Angebot im Dschungel des WWW von niemandem mehr gefunden würde. Amazon wird sortimenterisch und preislich ohne eigene händlerische Leistung und eigenes Risiko attraktiv, der für sich unsichtbare Kleindealer wird plötzlich von allen Kunden im Netz gefunden. Als nächstes übernimmt Amazon auf Basis der erzeugten Daten die erfolgreichen Produkte der Drittanbieter ins eigene Angebot. Folge dieser sozusagen reziprok parasitären Beziehung: ein flüchtiger, weil endlicher Vorteil der Kunden und das absehbare Ende der schließlich ausgesaugten Dritthändler, die sich auf den verlockenden Handel mit dem allmächtigen Internetriesen eingelassen haben …» [Hervorhebungen durch RWg]“

Amazon & Co. graben also in Kooperation mit dem bequemen Online-Shopper nicht nur den nachbarschaftlichen realen Präsenzgeschäften das Wasser ab, sie
monopolisieren gleichzeitig auch das Online-Angebot
.

Userseitige Handlungsoptionen

Das Browserfeature 'Do Not Track' ist hoffentlich wirksam

Das Browserfeature 'Do Not Track' ist hoffentlich wirksam

Browser-Plugins helfen dem User da nur eingeschränkt. Jedenfalls hat z.B. das Firefox-Plugin ‘TrackMeNot’, welches Google durch ein Überangebot angeblich von mir eingegebener Suchbegriffe von meinen tatsächlichen Interessen ablenken soll, definitiv bei Werbung keine Wirkung, da es das Ablegen von Cookies nicht verhindert. Selbst wenn Cookies regelmäßig gelöscht und AddOns wie “Betterprivacy”, “ADBlock” oder “NoScript” genutzt werden, ist die technische Identifizierbarkeit des Browsers anhand IP-Adresse, Betriebssystem, Version, Patchlevel, Plugins etc. immer noch gegeben.

Im Tab “Datenschutz” der Firefox-Einstellungen kann die Option “Websites mitteilen, daß ich nicht verfolgt werden möchte” aktiviert werden. Microsoft plant offenbar sogar, im kommenden Internet Explorer 10 eine Funktion “Do-Not-Track” (DNT) mit der Default-Einstellung auf “On” einzuführen. Wie der österreichische Standard berichtet, ruft dies massive Proteste und Lobbyaktionen der amerikanischen Werbewirtschaft hervor. Sie befürchten 43% weniger Daten (!) von US-Servern sammeln zu können. Dem Artikel zufolge bleibt Microsoft aber auf Grund von User-Umfragen, welche die Voreinstellung zu 75 Prozent bejahen, bei diesem Vorhaben. Möglicherweise – so Kommentare zu diesem Artikel – steht aber zu befürchten, daß der weltweit am weitesten verbreitete Webserver ‘Apache’ die DNT-Einstellungen schlicht ignorieren wird.
Heise-mobil berichtet dagegen:

« … Es spricht vieles dafür, dass sich ‘Do Not Track‘ (DNT) als Standard für den Schutz der Privatsphäre im Internet vor allzu neugierigen Werbetreibenden durchsetzt. Die US-Regierung hat sich Anfang 2012 dafür ausgesprochen, ebenso wie verschiedene Verbraucherschutzgruppen. Firefox, Internet und Safari unterstützen die Technik bereits, und Google hat angekündigt, sie in Chrome einzubauen. …»

Diese Instrumente setzen voraus, daß die Anbieterseite den User-Wunsch respektiert. Bei allem Wohlwollen und Glauben an das Gute im Menschen – angesichts der oben dargestellten, äußerst verlockenden Effizienz- und Umsatzgewinne bleibt ein gewisses Mißtrauen angebracht. Entsprechende Erfahrungen kann jeder Webdesigner bestätigen, der in seiner ‘robots.txt’-Datei Webservern den Besuch bestimmter Unterverzeichnisse verboten hat und dann trotzdem feststellen muß, daß viele unseriöse Webcrawler diese Vorschrift munter ignorieren.

{edit 18.04.2013:}
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Falk Hedemann stellte gestern auf t3n.dedas Browser-Plugin “Disconnect” vor:

« … Das Surfverhalten von Nutzern im Web ist für Werbetreibende ein sehr interessantes Datenpaket, das sie nur zu gerne für ihr Targeting nutzen. Das Browser-Plugin Disconnect spuckt ihnen dabei aber kräftig in die Suppe, denn damit lassen sich über 2.000 Tracking-Firmen blockieren. …»

Demnach sperrt Disconnect die Tracker einfach aus.

« …
Als positive Nebenwirkung beschleunigt Disconnect 2 auch noch das Laden von Webseiten. Nach eigenen Angaben werden Webseiten um bis zu 27 Prozent schneller geladen, weil Ad-Tracker, Social Widgets und andere Seitenelemente nicht mehr geladen werden. Das spart Ladezeit und Bandbreite. …»

Zudem sorgt das Plugin, das seit 2010 unter anderem von dem Ex-Googler Brian Kennish entwickelt wird, für mehr Sicherheit beim Surfen im WLAN, indem der Datenaustausch verschlüsselt wird.

Da einzelne Tracker auf Wunsch sogar aktiviert bleiben, scheint das Browser-Plugin Disconnect derzeitig für den Normal-User die praktikabelste Lösung gegen Targeting / Retargeting zu sein.
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Katherine Bourzac berichtet auf Technology Review, von Selbstregulierungsbestrebungen der Retargeting-Spezialisten, welche die Befreiung aus ‘werblichem Verfolgungswahn’ mit Hilfe eines kleinen “X” in der Ecke jeder Anzeige ermöglichen – natürlich nur unter dem Damoklesschwert eines drohenden Eingriffs der US-Handelsaufsicht FTC. Und die Frage ist legitim, warum diese Opt-Out-Möglichkeit kaum vom User wahrgenommen wird. Mangelndes Interesse oder gutes ‘Tarn-Design’ des X?

Deutsche Werbefirmen informieren unter www.meine-cookies.org über ihre Cookies.

Das Datenschutzzentrum Schleswig-Holstein empfiehlt: “Sogenannte Third-Party Cookies, zumeist über Bannerwerbung gesetzt, sollten immer komplett abgelehnt werden. Die Firma DoubleClick bietet zudem das Setzen eines sogenannten „OptOut-Cookies“ an. Dieser enthält neben einem Ablaufdatum den Wert „OPT_OUT“. Die Banner-Server der Firma speichern keine eigenen Cookies mehr, wenn sie diesen OptOut-Cookie vorfinden.”

Handlungsoption USP für Mittelstand und Kleinunternehmen

Für Anbieter von ‘Standard-Sortimenten’ ist das Überleben auch im ‘Real-Life’ schwer.
strong>Jedes Geschäft hat dauerhaft nur mittels Herausbildung eines individuellen Profils, eines Unique Selling Points (USP) und besonderen Artikeln und Dienstleistungen eine Erfolgschance. Dies gilt auch und besonders online. Bereits ohne Tracking und Retargeting gibt es ja Vergleichsportale für alle erdenklichen Artikel und die Mitbewerber sind stets nur wenige Klicks entfernt. Ersparen Sie sich also Einrichtung und Betrieb eines Standard-Webshops und spezialisieren Sie sich.

Ein nicht nur oberflächlich für Suchmaschinen sondern auch und gerade für menschliche Besucher optimiertes Web-Angebot, mit besonderen Service-Angeboten und überlegten Cross-Selling-Aktionen hat – klein aber fein – sehr gute Erfolgschancen auch ohne Symbiosen mit Datenmächtigen.

Überlegen Sie sich als Mittelständler oder Kleinunternehmer genau, ob oder wie lange Sie Partner eines großen Online-Shops werden oder Anzeigen über ein großes Display-Netzwerk schalten. Könnten Ihre ‘Rosinen’ über kurz oder lang vom Stärkeren angeboten werden? Dann heißt es: Über Alternativen nachdenken!

 

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